Lernmodul

Lichtmetaphorik

Die Aufklärung ist eine von England und Frankreich ausgehende Bewegung des 18. Jahrhunderts, deren Wurzeln in die Zeit der Renaissance zurückreichen und deren Nachwirkungen bis ins 19. und 20. Jahrhundert verfolgt werden können. Schon seit der Antike, etwa bei Platon oder in der Bibel, war das Licht Ausdruck heilbringender Erkenntnis. Diese Lichtmetaphorik prägt die Bezeichnungen der Aufklärungszeit in den europäischen Sprachen (engl. enlightenment, fr. siècle des lumiéres, ital. illuminismo, span. ilustración). Die deutschen Begriffe „Aufklärung“/ „aufklären“ hatten zunächst, Ende des 17. Jahrhunderts, eine meteorologische Bedeutung. Die Vorstellung vom Sonnenlicht, das Nebel auflöst und Wolken vertreibt, bekam aber im 18. Jahrhundert den Charakter eines Schlagworts. Es bezeichnete die Auflösung des Unklaren und Verworrenen in der Gedanken- und Gefühlswelt des Menschen und die Beseitigung von Vorurteilen und überholtem Aberglauben durch das Licht der Vernunft. Die Gegenwart wurde schon als „unsere aufgeklärte Zeiten“ bezeichnet, und der Fortschrittsoptimismus sah das Ziel der Geschichte in der vollständigen Aufklärung, Emanzipation und Glückseligkeit aller Menschen.