Lehrvideos-Sport_Wikis_WS-2013-14

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1. Bewegungsbeschreibung (Tobias Seidl)

Grundsätzlich kann der gerade Aufschlag in drei Bewegungsphasen unterteilt werden. Dies sind die Aushol-, die Schlag- und die Ausschwungphase (Scholl, 2009, S. 78-81). Bevor die Bewegung bzw. die einzelnen Phasen beschrieben werden, soll zunächst auf die Beinstellung und die Griffhaltung eingegangen werden, da nur mit einer richtigen Griffhaltung der Aufschlag korrekt ausgeführt werden kann. Im Folgenden sei die Griffhaltung und die Ausgangsstellung, sowie später die Bewegungsbeschreibung stets auf einen Rechtshänder bezogen.

1.1. Griffhaltung und Ausgangsstellung

Beim Aufschlag wird ein Mittelgriff (Semikontinentalgriff) bzw. ein leichter Rückhandgriff verwendet (Scholl, 2009, S.73).

Abbildung 1: Mittelgriff
Abbildung 2: Leichter Rückhandgriff

In der Ausgangsstellung befindet sich der Aufschläger in etwa 15 – 50 cm links oder rechts von der Mitte der Grundlinie. Um eine stabile Ausgangsstellung zu gewährleisten sind die Füße etwa schulterbreit auseinander gestellt (DTB, 2001, S. 104). Beide Füße berühren die Grundlinie nicht und die linke Fußspitze zeigt ungefähr zum rechten Netzpfosten, der rechte Fuß steht parallel zur Grundlinie (Scholl, 2009, S. 73). Das Gewicht ist zunächst gleichmäßig auf beide Füßen verteilt, die linke Schulter sowie die Schlägerspitze zeigen in Schlagrichtung (Scholl, 2009, S. 73).

Abbildung 3: Ausgangsstellung Aufschlag

1.2. Überblick Aufschlagbewegung

Da der Aufschlag eine sehr komplexe Bewegung ist, soll zunächst eine Bildreihe angefügt werden, damit man eine bessere Vorstellung der Aufschlagbewegung bekommt. Die Aufschlagbewegung kann in drei Phasen unterteilt werden: Die Ausholphase (Bild 1-5), die Schlagphase (Bild 6-11) und die Ausschwungphase (Bild 12-16). Die einzelnen Phasen sollen nun genauer beschrieben werden.

Abbildung 4: Bildreihe Aufschlag (1)
Abbildung 5: Bildreihe Aufschlag (2)

1.3. Ausholphase

In der Ausholphase wird der Schläger in einer Pendelbewegung im unteren Bogen zuerst abwärts und dann aufwärts geführt (Scholl, 2009, S. 78). Dies findet gleichzeitig mit einer Drehung des Oberkörpers nach rechts und einer kurzfristigen Gewichtsverlagerung auf das rechte Bein statt (DTB, 2001, S. 104). Währenddessen wird der Ball mit gestrecktem linken Arm bei festem Handgelenk in Richtung rechter Netzpfosten hochgeführt und auf Stirnhöhe verlässt der Ball die Hand (DTB, 2001, S. 104). Der Ball sollte etwas höher als der höchstmögliche zu erreichende Treffpunkt geworfen werden. Der rechte Arm mit samt Schläger schwingt in der Pendelbewegung locker nach oben weiter und die Schulterachse neigt sich dabei nach hinten unten (Scholl, 2009, S. 79). Der Schlagarm knickt im Ellenbogen ab, wenn er sich in etwa auf Schulterhöhe befindet und der Schlägerkopf schwingt über die rechte Schulter hinter den Rücken (Scholl, 2009, S. 79). Es erfolgt wieder eine Gewichtsverlagerung auf den linken Fuß. Die Knie, vor allem das linke, beugen sich, der Oberkörper wird nach hinten geneigt und das Becken nach vorne geschoben (Scholl, 2009, S. 79). So entstehen die erforderliche Bogenspannung und ein langer Beschleunigungsweg.

Abbildung 6: Ende Ausholphase

1.4. Schlagphase

An die Ausholphase ist die Schlagphase gekoppelt. Wenn der Schläger sich im tiefsten Punkt hinter dem Rücken befindet (Schlägerspitze zeigt senkrecht nach unten), kommt es zu einer Streckung von unten aus den Knien nach oben über den Oberkörper bis zum Treffpunkt hin (Scholl, 2009, S. 80). Es strecken sich zuerst die Knie, danach kontrahieren nacheinander Hüft-, Bauch-, Brust- und Schultermuskulatur (DTB, 2001, S. 105). Mit dem Einsetzen der Schlagbewegung wird der linke Arm abgesenkt und durch das Auflösen der Bogenspannung dreht sich der Oberkörper in Schlagrichtung (DTB, 2001, S. 105). Der Schläger wird somit vom tiefsten Punkt hinter dem Rücken zum Treffpunkt hin beschleunigt, was einerseits durch das Auflösen der Bogenspannung und andererseits durch das Strecken des Schlagarms im Ellenbogengelenk mit einer anschließenden Beugung des Handgelenks erfolgt (DTB, 2001, S. 105). Im Moment des Treffpunkts des Balles ist die Schulter des Schlagarms so hoch wie möglich, der Schlagarm ist durchgestreckt und der Kopf und die Augen sind auf den Ball fixiert (Scholl, 2009, S. 80). Dabei bilden das linke Bein, der Schlagarm und der Schläger eine in Schlagrichtung schräg nach vorne geneigte Achse (Scholl, 2009, S. 80). Senkrecht zur gewünschten Schlagrichtung steht dabei die Schlägerfläche (Scholl, 2009, S. 80). Zur Stabilisierung befindet sich der linke Arm weiterhin vor dem Körper. Erfolgt die Schlagbewegung sehr dynamisch, sieht man oft, dass sich die Beine vor dem Treffpunkt vom Boden lösen (Scholl, 2009, S. 80).

Abbildung 7: Ende Schlagphase

1.5. Ausschwungphase

Nachdem der Ball getroffen wurde, rotiert der rechte Unterarm in der Ausschwungphase weiter einwärts, schwingt dabei nach rechts ab und auch das Handgelenk kippt nach rechts-vorwärts ab (DTB, 2001, S. 105). Der Oberkörper dreht sich in die Schlagrichtung weiter und der Schlagarm schwingt vor dem Körper an der linken Körperseite vorbei (DTB, 2001, S. 105). Der linke Arm bleibt weiterhin vor dem Körper. Ist ein Absprung beim Treffpunkt erfolgt, so erfolgt die Landung im Normalfall auf dem linken Fuß, sollte kein Absprung stattgefunden haben, so wird das Körpergewicht meist mit dem rechten Bein abgefangen (DTB, 2001, S. 105).

Abbildung 8: Ausschwungphase

Last edited: 4. Dec 2014, 14:09, [lehner24]