Lehrvideos-Sport_Wikis_WS-2013-14

Reiter

1. Bewegungsanalyse (Czippek)

Die Kraulrollwende kann bei richtiger Ausführung laut Hahn 2009 „einen Zeitvorteil von bis zu mehreren Zehntelsekunden“ bringen. Zudem soll bei der Ausführung darauf geachtet werden, dass der Schwimmfluss möglichst nicht unterbrochen wird und die zusätzliche Beschleunigungsmöglichkeit neben dem Startsprung ausgenützt wird.
In den Wettkampfregeln des Deutschen Schwimmverbandes von 2002 für das Freistilschwimmen ist festgelegt, dass die Wand mit einem beliebigen Körperteil berührt werden muss. Daraus hat sich, laut Hahn 2009, die schnellste Wendetechnik, nämlich die Rollwende entwickelt. Hierbei wird, laut Recht 2003, zuerst eine halbe Drehung um die Körperachse (vorwärts) und anschließend eine halbe Drehung um die Körperlängsachse durchgeführt. Der Körperkontakt mit der Wand erfolgt durch das Abstoßen der Füße.
 
Betrachtet man die Technik genauer, so kann diese, laut Recht 2003, in folgende Phasen eingeteilt werden: Anschwimmen, Adaption, Drehung, Abstoß, Übergang und Abschwimmen.
 

Abb1.: Schematische Darstellung des Bewegungsablaufes im Wendenabschnitt bei der Kraulrollwende (Recht, 2003)

Das Anschwimmen zur Kraulrollwende soll in unverminderter Geschwindigkeit in Richtung Wand geschehen. Zur Orientierung können hierbei Markierungen an der Wand und am Boden dienen. Gemäß Recht 2003, soll der Schwimmer zwei bis drei Zyklen vor dem Erreichen der Wand, den Abstand zur Wand abschätzen können, um gegebenen falls Zyklusparameter, wie Zugweglänge, Zugfrequenz oder Zykluszeit anzupassen.

In der Adaptionsphase erfolgt der letzte Schwimmzyklus, welcher optimale Bedingungen schaffen soll für die nächste Phase des Drehens. Hierbei soll ein Geschwindigkeitsverlust vermieden werden. Beim letzten Zyklus vor der Drehung verweilt, laut Recht 2003, ein Arm nach der Unterwasserphase an der Hüfte bis der zweite Arm den Unterwasserzug beendet hat. „Mit dem Durchziehen des anderen Arms, einem schnellen Absenken des Kinns auf die Brust, sowie einem Delphinbeinschlag wird die Drehung um die Breitenachse eingeleitet“ (Hahn, 2009, S.101).
 
Die Drehung soll möglichst schnell und explosiv ausgeführt werden und den Körper in eine günstige Ausgangslage für den Abstoß bringen. Nach dem Delphinbeinschlag und dem Absenken des Kinns erfolgen eine Beugung des Hüftgelenks und das Anhocken der Beine für eine enge Körperhaltung. „Anschließend wird eine Halbedrehung des Körpers um die Querachse und, durch eine geringe Verwringung des Rumpfes, eine Vierteldrehung um die Längsachse durchgeführt, so dass sich der Schwimmer beim Ansetzen der Füße an die Beckenwand in Seitlage befindet. "Die Arme werden während der Drehung in Schwimmrichtung vor den Kopf gebracht und in Seitlage nach vorne gestreckt, um ein widerstandsarmes Abstoßen vorzubereiten“ (Recht, 2003, S.19).
 
Die Abstoßphase kann zweigeteilt werden. Zuerst erfolgt eine abbremsende Aktion durch das Ansetzen der Fußballen an der Beckenwand. Anschließend folgt eine „überwindende Abstoßbewegung, welche kraftvoll aus einem Kniewinkel von mindestens 90° in horizontaler Richtung ausgeführt werden soll“ (Recht, 2003, S.19).
Zur Verringerung des Widerstands sollen die Hände übereinander gelegt werden (Hahn, 2009, S.102) und Füße, Hüfte, Schultern und die Hände in einer Linie parallel zur Wasseroberfläche liegen. Der Kopf befindet sich dabei zwischen den Armen. Alle Gelenke werden gestreckt und der Schwimmer vollzieht eine Drehung um die Körperlängsache, sodass er sich nach dem Lösen der Füße von der Wand in Bauchlage befindet.
 
Nach einer kurzen Gleitphase erfolgen zwei bis drei, vorantreibende Delphinkicks, um den Geschwindigkeitsabfall hinauszuzögern. Im Freistilschwimmen soll diese Übergangsphase optimal kurz gehalten werden, laut Recht 2003. Durch die Delphinbeinbewegung versucht der Schwimmer an die Wasseroberfläche zu gelangen, welche mit dem ersten Armzug durchbrochen wird.
„Zu Beginn des Abschwimmens soll mit der ersten Unterwasseraktion eines Arms und dem zeitgleichen Einsetzen des Kraulbeinschlags ein flüssiger Übergang in die Kraultechnik realisiert werden“ (Recht, 2003, S.20).
 

Zuletzt geändert: 4. Dez 2014, 14:09, [lehner24]